Höre auf deine innere Stimme und triff eine Entscheidung!

Schon seit drei Jahren sage ich mir immer wieder: „Nächstes Jahr möchte ich nur noch den halben Tag im Hotel arbeiten.“

Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß, die Kurse, die Vorträge, das Coaching, der Kontakt mit so vielen Menschen und jeden Tag wieder neue Gespräche, Geschichten. Aber eine Stimme in mir sagte mir: „Arbeite nur noch den halben Tag im Hotel.“
Ja klar, ganz einfach, aber wie zahle ich dann meine Miete, Strom etc.? Cool wäre es aber schon, dann hätte ich mehr Zeit für mich und meine Leidenschaft: Menschen zu körperlicher und finanzieller Gesundheit zu verhelfen. Ich könnte meinen Hobbys nachgehen: lesen, schreiben, schneidern, gärtnern, wandern, häkeln …

Etwas hat sich verändert… seit drei Jahren fällt mir der Teildienst schwerer, nachmittags nochmal los zu müssen. Ja, ich glaube es ist das Wort „müssen“.
Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Aerobic-Kurse unterrichtet. Das ist schon so lange her und da ist es – denke ich – normal, wenn dann irgendwann mal die Luft raus ist. Oder? Aber das Ego kämpft: Du schaffst das schon, du bist gut, die Gäste lieben dich…

Trotzdem ist es jeden Nachmittag eine Überwindung, loszugehen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit hat sich mit der Zeit verlagert… mehr zum ganzheitlichen Coaching, zu Beratung, dazu, mein Wissen auch in Vorträgen weiter zu geben. Ja und die Ausflüge, Wanderungen zu den Wohlfühlwochen. Aber ich bin als Fitnesstrainerin angestellt und wenn ich auf Ausflug bin, kann ich ja keine Kurse geben. Ja, eine Lösung muss her. Wenn da nicht diese deutsche Sicherheit wäre.

Wenn du etwas verändern willst, musst du erst eine klare Entscheidung treffen.

Dazu fällt mir ein Spruch von Johann Wolfgang Goethe ein:

„Bis man sich verpflichtet hat, zögert man, läuft man Gefahr, einen Schritt rückwärts zu machen, ist man immer wirkungslos. Es gibt eine elementare Wahrheit, die auf die Initiativen und Schöpfungen zutrifft und deren Unkenntnis zahllose Ideen und prächtige Pläne zugrunde richtet. In dem Augenblick, in dem man sich unumstößlich verpflichtet, tritt auch die Vorsehung in Erscheinung. Alle möglichen Dinge ereignen sich, um einen zu helfen, die sich anderweitig niemals ereignet hätten. Ein ganzer Strom von Geschehnissen entließt der Entscheidung, beschwört alle möglichen unvorhergesehenen Vorkommnisse, Zusammentreffen und materielle Hilfe zum eigenen Vorteil herauf, wovon keiner sich hätte träumen lassen, dass ihm das je geschehen würde. Was du dir auch immer vorstellen kannst, das kannst du auch tun. Fang an, jetzt gleich!“

Ich habe meine Entscheidung getroffen und untermauert, indem ich letztes Jahr zu allen sagte: „Nächstes Jahr arbeite ich nur noch den halben Tag im Hotel!“

Mir sind immer wieder Menschen begegnet, die genau das gemacht haben. Eine Auszeit, Teilzeit, oder auch ganzer Ausstieg… aus gesundheitlichen Gründen, aber auch um einfach mehr Zeit für sich und die Familie, mehr Lebensqualität zu haben.

Der andere Aspekt, der mich bestärkt hat: Ich erzähle in meinen Vorträgen, dass man seinen Träumen folgen sollte, an sich glauben muss und anstatt Angst zu haben, eher daran zu glauben, dass man genau das Richtige tut und alles erreichen kann, wenn man möchte.

Auch hier fällt mir ein guter Spruch ein:

„Wer etwas nicht will, findet Gründe. Wer etwas wirklich will, der findet Wege.“

Ich wollte so was von… und „Wege entstehen beim Gehen“.

Ende der Saison sagte ich zu meinem Direktor:

„Nächstes Jahr möchte ich nur noch den halben Tag arbeiten.“ Ja, er hat nicht gerade vor Freude gejubelt, mir aber eingeräumt, dass wir darüber reden, bevor wir im Februar wieder öffnen. Zwei Wochen vor Öffnung des Hotels bekam ich eine Mail von ihm, er fragte mich, wie ich mir das vorstelle mit dem halben Tag, welchen Plan ich habe.

Meine erste Reaktion: „Oh Mist, jetzt machen wir das wirklich“ 🙂 🙂 🙂 – aber nur für einen Moment, dann dachte ich: Genau, so machen wir das. Montag bis Freitag von 08:00 bis 13:00 Uhr, das klingt doch toll.

Es hat sich so gut angefühlt, brachte mein Herz zum Lachen. Bei dem Gedanken fühlte ich mich so frei, leicht und unbeschwert… einfach gut.

Was alles passieren kann, wenn die Entscheidung getroffen ist. Unterstützend kam hinzu, dass ich im vergangenen Jahr begonnen hatte, mir mein zweites Standbein aufzubauen. Plan B sozusagen.

Es gab da nur noch ein kleines Problem. Ich genoss zwar die gewonnene Freiheit, um aber auch gleichzeitig wieder in die Erziehungsfalle zu tappen: Du bist faul… tu was!

Also habe ich mir im hiesigen Yoga-Studio Stunden eingetragen. Ich kann euch sagen, ich hatte gar keine Lust und konnte mir das gar nicht erklären. Aber das Universum half mir auf die Sprünge. Im Februar ergab es sich, dass Einzelcoachings gebucht wurden und dazu noch Reiki-Behandlungen. Mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen: Das wollte ich doch machen… ganzheitliches Einzelcoaching… Menschen zu körperlicher und finanzieller Gesundheit verhelfen. Kurse… da hätte ich ja auch voll im Hotel arbeiten können. Zudem hatte ich im Februar nur einen Kurs mit 2 Leuten… es konnte ja auch niemand kommen, weil ich das ausgestrahlt habe. Das nennt man „Macht der Gedanken“ 🙂

Also habe ich, es war an einem Sonntagnachmittag, alle Kurse im Yoga-Zentrum abgesagt. Ich hatte wieder eine Entscheidung getroffen und es fühlte sich an, als wenn ein Zentner Last von meinen Schultern gefallen wäre. Am Montag habe ich meinen Direktor gefragt, ob ich an den Nachmittagen Coachings und Reiki im Hotel anbieten kann. Er war einverstanden. Ich steckte sofort voller Energie und habe Flyer und Aushänge entworfen. Es läuft prima, auch meine extra Bergwanderungen mit Meditation und der Samstagsworkshop.

Die Nachmittagszeiten kann ich bestimmen, alles kann, nichts muss. Außerdem habe ich so mehr Zeit für meine Hobbys und treffe mich auch mal wieder mit Freunden auf einen Kaffee. Was für eine neue Lebensqualität! Für mein zweites Standbein habe ich jetzt auch mehr Zeit.

Das Universum hilft kräftig mit. Ich bin viel lockerer, habe mehr Energie und freue mich jeden Tag auf meine Arbeit.

Ich kann nur jedem raten: Höre auf deine innere Stimme und triff dann eine Entscheidung.

Herzliche Grüße,

Eure Cathi