Einzelcoaching in der Natur

Am Plan steht ein normaler Ausflug, „Wandern & Meditation“ zur Eremita Betlem. Ich habe nur eine Anmeldung, aber ich habe keinen Moment gezögert, mit Susanne alleine zu gehen. Ich gehe diese Tour sehr gerne und entdecke jedesmal etwas Neues für mich.

Am Morgen habe ich unser kleines Picknick vorbereitet und sorgfältig verpackt. Pünktlich um 8 Uhr wartet Susanne schon vorm Hotel auf mich. Das Wetter ist super, fast zu warm, aber da wir zeitig starten und ein großer Teil des Weges am Morgen im Schatten liegt, machen wir uns darüber keine Sorgen.

Am Parkplatz angelangt, erkläre ich Susanne an der großen Karte unsere Route und dann geht es auch schon los. Wir reden über alles Mögliche, bis zum Wegweiser: „Eremita Betlem 45 min“.

Mein Signal, ab hier geht jeder in Stille weiter, in aktiver Meditation. Gedankenstille zu erreichen ist das Ziel. Die Natur bewusst zu erleben und zu genießen. Präsent im Hier und Jetzt zu sein, in jedem Moment, kein Gedanke an die Vergangenheit, keine Gedanken an die Zukunft, einfach nur SEIN im Hier und Jetzt.

Der erste kurze Halt, ein kleiner Rückblick in die Bucht von Alcudia, die jetzt schon sehr schön zu sehen ist. Fast scheint es so, hier gedanklich zu stehen und nun das Ziel klar vor Augen, den Weg weiter nach oben zu gehen. Deshalb finde ich, dass eine Bergwanderung eine gute Parallele zum richtigen Leben ist. Du setzt dir ein Ziel, hast es klar vor Augen und schon geht es los. Wir wollen heute zur Eremita Betlem. Der Weg ist steinig und steil, wie im richtigen Leben. Auf dem Weg zum Ziel kann es auch schon mal anstrengend werden, man kommt auch mal ins Schwitzen. Auch braucht man ab und an mal eine Pause, zum Verschnaufen, um sich dann dem Ziel mit neuer Kraft und Motivation zuzuwenden.

Nach der Hälfte der Stecke bleiben wir kurz stehen, setzen uns hin und lauschen der Natur, den Vögeln, dem Wind, wie entspannend diese Ruhe. Das macht man auch oft im Leben, auf dem Weg zum Ziel: Innehalten, Kraft sammeln, auf das Ziel fokusieren.

Wir gehen weiter und kommen auf einem schönen Weg durch einen kleinen Wald oben auf dem Gipfel an. Der Ausblick ist unbeschreiblich schön, nicht mit Worten zu beschreiben. Vor uns liegt die Bucht von Alcudia. Diese Weite, diese Farben, dieses Licht… wir haben es geschafft. Mit einer kleinen Meditation, jeder für sich, die Gedanken ordnend, die Stille und Aussicht genießen… Zeit, sich ein paar Notizen zu machen. Susanne nimmt das Angebot dankend an, ihre Gedanken, die sie während des Aufstiegs hatte, aufzuschreiben.

Im Leben hat man auch dieses Hochgefühl, wenn man sein Ziel erreicht hat, und man kann sich lange an diesem Erfolg freuen.

Wir suchen uns ein schönes Plätzchen zum picknicken. Ich frage Susanne, wie es ihr ergangen ist, in der Stille beim Aufstieg, welche Erkenntnisse sie gewonnen hat. Sie erzählt mir, was es bei ihr ausgelöst hat. Mit dem ersten Halt und dem Rückblick auf die Bucht von Alcudia: „Hier ist es sehr schön, aber oben ist es bestimmt schöner.“

Wie in unserem realen Leben, da wo du gerade stehst ist es schön, aber vielleicht ist es oben noch besser, schöner. Wir haben Ziele und Visionen, die uns antreiben, motivieren. Oben angekommen war es klar für Susanne,  es gibt etwas Schöneres und während der Stille konnte sie ein klare Entscheidung treffen.

Unser Gespräch, die Erkenntnis, die Susanne gewonnen hat, haben mich zu der Überlegung gebracht, meine Coachings in die Natur zu verlegen. Warum nicht die wunderbare Natur und ihre Energie, das Verbundensein mit der Erde nutzen, um sich wieder klar zu werden, sich neu zu ordnen und klare Entscheidungen zu treffen.

Das „Einzelcoaching in der Natur“ war geboren. Was für ein Tag.

Wir sind dann noch zur Eremita gelaufen, durch den „Elfenkreis“, einem magischen Platz, einegsäumt von mehreren großen Ahornbäumen, die im Kreis angeordnet stehen und mit ihren Blätterdach Schatten spenden. Dieser Platz hat etwas Mystisches aber auch Beruhigendes. Wir trinken noch etwas klares Quellwasser, bleiben noch einen Moment sitzen, staunen und gehen dann wieder nach unten.

Auch das gehört zum Leben… wenn man ganz oben ist, sein Ziel erreicht hat, muss man auch wieder nach unten. Das ist nicht so anstrengend wie das Hochlaufen, der Weg zum Ziel, es kann aber auch gefährlich sein. Man kann leichtsinnig werden und straucheln, oder sogar hinfallen.

Der Blick ist ein anderer, wir sind reicher an Erfahrungen und können nun den Ausblick auf andere Weise genießen. Wir haben unser Ziel erreicht und können im Jetzt alles in Ruhe neu betrachten.

Es eröffnen sich neue Sichtweisen, auch ermöglicht uns diese neue Erfahrung, die uns hat wachsen lassen, gelassener und entspannter zu sein.

Wir beenden unseren Ausflug mit einem Eiskaffee und einem weiteren tollen Gespräch, mit neuen Perspektiven und Chancen.

Eine Erkenntnis, die ich wieder für mich gewonnen habe: Nur durch TUN kann man etwas erreichen. „Der Weg ist das Ziel“ oder mein neuer Leitspruch:

„WEGE entstehen beim GEHEN“

Danke liebe Susanne für diesen schönen Tag!
Herzlichst,

Cathrin Pöhlmann