Wie ich Nordic Walking und gleichzeitig Mallorca für mich entdeckte

Vorab ein Geständnis: Ich bin ein Sportmuffel, der vorher noch nie Nordic Walking ausprobiert hat und ich habe auch nie mit dem Gedanken gespielt, einmal damit anzufangen – bis zu meinem Urlaub im Grupotel Gran Vista & Spa in Can Picafort.

Mein Mann plante an einem Vormittag eine Rennradtour, wofür ich mich aus Konditionsgründen nicht begeistern konnte. Nach vier Tagen hemmungslosem Schlemmen am reichhaltigen Hotelbuffet wollte ich mein Gewissen etwas beruhigen, weshalb ich mich für eine Tour im Rahmen der Wohlfühlwoche „Nordic Walking – entdecke Mallorca und dich selbst“ entschied. Etwas besorgt, ob ich beim Tempo überhaupt mithalten würde können, fand ich mich mit den anderen Teilnehmerinnen pünktlich um 9 Uhr morgens in der Lobby ein. Draußen war es angenehmen warm, die Sonne schien und die Gruppe war nett und voll motiviert, wovon ich mich gleich anstecken ließ. Cathrin begrüßte uns mit ihrer herzlichen Art, verteilte an alle Nordic Walking-Stöcke und half uns dabei, sie in der richtigen Höhe einzustellen. Draußen warteten bereits unsere Taxis, die uns innerhalb weniger Minuten zur Finca „Son Real“ brachten.

Das Gebäude hat mich sofort beeindruckt, es stammt teilweise noch aus dem 15. Jahrhundert und beherbergt heute ein kleines Museum, das liebevoll gestaltet vom früheren Landleben auf Mallorca erzählt: Angefangen bei alten Werkzeugen, über Kleidung, Geschichten über die unterschiedlichen ländlichen Berufsgruppen von damals, bis hin zu Bräuchen rund um Feiertage. Mein Highlight war die alte Bauernküche, die originaltreu nachgebaut wurde und mir das Gefühl gab, in die Vergangenheit gereist zu sein. Auf Schautafeln in Deutsch wurde das Leben von damals erklärt und es war wirklich spannend, in die Welt der Vergangenheit einzutauchen. Cathrin hat uns noch mit einigen Hintergrundinformationen versorgt und meinte, ihr sei es wichtig, den Gästen die Geschichte der Insel der zeigen, denn nur so kann man sie wirklich besser kennen und verstehen lernen.

Gleich hinter dem Museum startete der Wanderweg, den wir mit unseren Stöcken nun in Angriff nahmen. Cathrin gab jeder von uns Tipps zur Technik und obwohl ich absolute Anfängerin war, klappte es bei mir sofort und ich fühlte mich auch gleich sicher im Umgang mit den Nordic Walking-Stöcken. Wir wanderten einige Zeit den Pfad entlang und meine Sorge bezüglich des Tempos war eindeutig unbegründet: Wir hatten zwar einiges an Schwung, trotzdem konnte man sich noch gut mit den anderen Teilnehmerinnen unterhalten. Einige gingen etwas schneller voraus, andere blieben eher gemächlich weiter hinten – somit war für jede das richtige Tempo dabei. Nach einer guten halben Stunde Gehzeit erreichten wir einen außergewöhnlich schönen und quasi menschenleeren Strandabschnitt. Nach einer kurzen Pause stellten wir uns alle im Sand im Kreis auf und Cathrin begann mit uns eine Tai Chi-Übung. Ich habe das vorher noch nie gemacht, aber sie hat uns ganz genau erklärt, wie wir uns bewegen und dabei atmen sollen. Am Anfang hatte ich noch leichte Schwierigkeiten, mich synchron zu meinen Atemzügen zu bewegen, aber nach und nach wurde es leichter. Nach einer halben Stunde fühlte ich mich entspannt aber auch total energiegeladen. Im Anschluss starteten wir noch eine Meditation mit Blick aufs Meer, jede für sich alleine. Ich ließ meinen Gedanken freien Lauf und eine tiefe Zufriedenheit überkam mich. Das Büro, mein Terminkalender, die vielen E-Mails – alles weit weg, stattdessen nur das Türkisblau des Meeres und der Wind, der sanft durch meine Haare sauste.

Nach der Meditation trauten sich einige Hartgesottene ins Meer (es war April und das Wasser saukalt), die Restlichen saßen im warmen Sand und genossen riesige Orangen, die uns Cathrin mitgebracht hatte. So gestärkt und voller Energie machten wir uns auf den Rückweg, entlang der wirklich eindrucksvollen Küste durch den Naturschutzpark „Son Real“. Ich fühlte mich mittlerweile wie ein Nordic Walking-Profi und hatte keine Probleme, mit den anderen mitzuhalten. Nach einiger Zeit erreichten wir die Nekropole von Son Real, ein prähistorisches Gräberfeld, das teilweise bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. angelegt wurde. Die Grabbauten haben etwas Mystisches und wir verweilten kurz, um den Ort auf uns wirken zu lassen.

Dann ging unsere Tour weiter und nach etwa einer Stunde erreichten wir unseren Ausgangsort Can Picafort, wo wir uns gemeinsam in ein Café am Strand setzten und ich mir einen großen Cappuccino mit einer Schale Erdbeeren mit Sahne gönnte – schließlich hatte ich mir das nach meinem sportlichen Einsatz mehr als verdient 🙂

Nun bin ich wieder zu Hause, doch die Erlebnisse und Eindrücke von der Tour haben mich nicht ganz losgelassen. Ich habe mir von einer Freundin Stöcke geliehen und bin vor kurzem – den Protesten meines inneren Schweinehundes zum Trotz – das erste Mal in Wien Nordic Walken gewesen. Diesmal zwar nicht am Meer, sondern entlang der Donau, aber mit etwas Fantasie tut´s die auch. Ich fühle mich beim Walken wohl und danke Cathrin für die Erfahrung, die ich auf Mallorca machen durfte. Ob ich wiederkommen werde? Die Einheimischen pflegen zu sagen, dass ein Besuch auf Mallorca nie der letzte ist. Ich kann nur sagen, sie haben Recht. Bis bald!

Sarah J.

Nordic Walking auf Mallorca

Es hat viel Spaß gemacht!

  1 comment for “Wie ich Nordic Walking und gleichzeitig Mallorca für mich entdeckte

  1. 2. September 2017 at 16:54

    Others is capable of doing a hardon but cannot maintain it during sexual intercourse. He is content, and also the the complete opposite of our thoughts later years has in store for us.

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